7. Türchen im Familien-Adventskalender

Palis‘ Geschichte

7. Dezember: Palis‘ Geschichte

Meine Mutter wurde übersehen

Ich heiße Palis und komme aus dem Iran. 2014, da war ich siebzehn Jahre alt, mussten meine Mutter und ich unser Land verlassen. Wir sind nach Deutschland gekommen. Hier haben wir Asylanträge gestellt und meine Mutter wurde als Flüchtling anerkannt. Ich bin zur Schule gegangen, habe schnell Deutsch gelernt und meinen Schulabschluss gut geschafft. Inzwischen mache ich eine Ausbildung zur Zahntechnikerin. Außerdem singe ich in meiner Kirchengemeinde in einer Band.

Palis‘ Geschichte - Meine Mutter wurde übersehen

Aber dann wurde alles noch einmal kompliziert: Anfang des Jahres bekam ich Post. Darin stand, ich sollte abgeschoben werden! Wir waren seinerzeit über Italien eingereist und deshalb solle ich dorthin zurück. Ich habe einen Riesenschreck und große Angst bekommen. Warum? Ich war doch schon über zwei Jahre hier - jetzt sollte ich von meiner Mutter getrennt werden? Ich war so nervös, und dabei musste ich doch für meine Abschlussprüfungen in der Schule lernen.

Palis‘ Geschichte - Meine Mutter wurde übersehen

Die Kirche hat uns dann geholfen und herausgefunden, dass die Behörden sich geirrt hatten: Meine Eltern sind geschieden, ich habe den Nachnamen meines Vaters. Wegen der unterschiedlichen Nachnamen hatte man zwei Akten angelegt und übersehen, dass ich als Jugendliche mit meiner Mutter gekommen war. Jetzt sollten wir beweisen, dass wir Mutter und Tochter sind: Wir haben meine Geburtsurkunde und alle möglichen andern Papiere als Beweise geschickt. So hat das Bundesamt gesehen, dass wir eine Familie sind. Ich muss nicht nach Italien und habe gleich meine eigene Flüchtlingsanerkennung bekommen.

Alle Geschichten dieses Adventskalenders sind reale Berichte realer Menschen. Die Namen wurden von der Redaktion geändert.